Sie stehen vor dem Kleiderschrank, haben ihn geöffnet und denken: „Irgendwie bin ich heute blass." Dieses Gefühl kennen viele – und meistens liegt es nicht an zu wenig Schlaf, sondern an der falschen Farbe auf der Haut. Der Sommertyp ist der Farbtyp mit dem kühlen Unterton, und genau das ist gleichzeitig sein größter Vorteil und seine größte Herausforderung. Denn während warme Farbtypen sofort zu Braun- und Goldtönen greifen können, ist das für Sie eine Falle.
Die gute Nachricht: Wenn Sie die Palette erst einmal verinnerlicht haben, wird das Outfit-Planen deutlich einfacher. Ich zeige Ihnen, welche Farben wirklich funktionieren, wann Sie Ausnahmen machen können und warum eine Stoffprobe oft mehr verrät als jede Farblehre.
Wichtige Erkenntnisse
- Der Sommertyp hat einen kühlen, bläulichen Unterton – die Farbpalette basiert auf gedämpften, pudrigen Tönen.
- Absolute No-Go-Farben sind warme und zu kräftige Nuancen wie Orange, Gelb oder reines Schwarz.
- Je nach Hell- oder Dunkelheitsgrad Ihrer Haut können Sie innerhalb der Palette variieren – es gibt keine Einheitslösung.
- Der Kontrast zwischen Haar-, Augen- und Hautfarbe bestimmt, ob Sie kräftigere oder zartere Farbtöne tragen können.
- Licht spielt eine enorme Rolle: Was im Geschäft gut aussieht, kann am Tageslicht komplett anders wirken.
- Die Farben lassen sich problemlos auf Kleidung, Make-up und sogar Brillengestelle übertragen.
Die Farbpalette für den Sommertyp: Ein Überblick
Bevor wir uns in die Details verlieren, hier die gute Nachricht: Sie müssen nicht jede Nuance auswendig lernen. Es reicht, wenn Sie das Prinzip verstehen. Beim Sommertyp geht es um kühle, leicht gedämpfte Töne – nichts Knalliges, nichts Neongrellem, aber auch nichts zu Dunkles.
Die klassischen Sommertyp-Farben umfassen Wollweiß (statt reinem Weiß), kühles Beige, Taupe und Hellgrau. Bei den Blautönen sind Hellblau, Graublau und Jeansblau Ihre Verbündeten. Rot ist erlaubt – aber nur in seiner gekühlten Form: Weinrot und Himbeerrot wirken harmonisch, während ein warmes Ziegelrot schnell unvorteilhaft aussieht. Und natürlich die Pastelltöne: Zartrosa, gedecktes Rosa und ähnliche Nuancen, die wie mit einem feinen Grauschleier überzogen wirken.
Eigentlich. So weit die Theorie.
So erkennen Sie, ob Sie wirklich ein Sommertyp sind
Der Klassiker-Test funktioniert über die Handgelenksvenen: Wirken sie eher bläulich oder grünlich? Bläulich spricht für einen kühlen Unterton. Ein zweiter Test ist der Schmuck-Vergleich: Steht Ihnen Silber besser als Gold? Beim Sommertyp ist das fast immer der Fall. Silber bringt den Teint zum Leuchten, während Gold ihn schnell gelblich und fahl erscheinen lässt.
Dazu kommen die typischen körperlichen Merkmale: häufig eine helle bis mittlere Haut, die schnell rosig wird und leicht zu Rötungen neigt. Die Augen sind oft grau-blau, kühles Grün oder ein zurückhaltendes Braun – selten leuchtend dunkel. Und die Haare? Meistens aschblond, hellbraun oder zu einem dunklen Braun mit einem kaum sichtbaren Grauschleier. Ein wichtiges Detail: Dunkelbraune Haare schließen einen Sommertyp nicht aus – aber sie müssen einen kühlen Schimmer haben, kein warmes Rot oder Gold.
Welche Farben tragen als Sommertyp? Die genaue Antwort
Konkret gesagt: Ihre Basis sind die kühlen, gedämpften Töne. Für den Berufsalltag greifen Sie zu Wollweiß, Graublau, Taupe oder einem kühlen Beige. Ein Blazer in Jeansblau wertet fast jedes Outfit auf, ohne zu streng zu wirken. Für den Abend funktionieren Weinrot oder ein tiefes Himbeerrot – beide setzen Akzente, ohne Ihre natürliche Ausstrahlung zu überdecken.
Die Herausforderung beginnt bei den Details. Viele meiner Kunden berichten mir: „Aber ich liebe doch Gelb!" – verständlich. Aber Gelb gehört zu den Farben, die dem Sommertyp fast immer schaden. Es betont Rötungen oder lässt den Teint grau wirken.
Der kühle Sommertyp: Strengere Regeln, klarere Linien
Wenn Sie ein sehr kühler Sommertyp sind – also stark bläuliche Venen und kaum Wärme im Gesicht haben –, sollten Sie sich strikt an die Palette halten. Ihre besten Farben sind Hellblau, Graublau und alle Rosé-Töne, die eher ins Lilastichige gehen. Was Sie vermeiden sollten, ist jede Farbe mit einem deutlichen Gelbstich: Senfgelb, Olivgrün, Pfirsich. Diese Farben werden Ihnen nie gerecht.
Das heißt nicht, dass Sie zu einem Einheitslook verdammt sind. Ich habe schon Kundinnen gehabt, die einen kräftigen Bordeaux-Ton wunderbar getragen haben – aber dann eben als Schal oder Tasche, nicht als kompletten Mantel. So setzt man Akzente, ohne das Gesicht zu überfordern.
Der helle Sommertyp: Zartheit als Stärke
Der helle Sommertyp hat es da etwas leichter. Helle Haut, helle Augen, helles, oft aschblondes Haar – bei diesem Typ wirken die Farben besonders zart. Pastelltöne wie Zartrosa oder Hellblau sind ideal, aber auch ein kühles Grau, das fast silbern wirkt. Ein Tipp, den ich selbst erst spät gelernt habe: Helle Sommertypen können auch Weiß tragen – nicht das gleißende Reinweiß, aber Wollweiß oder Creme, das deutlich kühler wirkt.
Vorsicht bei kräftigen Tönen: Ein heller Sommertyp in einem dunklen Weinrot wirkt schnell überfordert, die Farben „fressen" die Person. Das ist schade, denn so sehen viele Frauen älter aus, als sie sind – nur weil sie sich an dunkle, schwere Farben klammern.
No-Go-Farben für den Sommertyp: Diese Töne meiden
Es gibt Farben, die ich in meiner Beratungspraxis immer wieder als Problemfälle sehe. Die Liste ist kurz, aber dafür umso klarer: Orange in allen Variationen, reines Gelb, ein warmes Rot mit Orangestich und – überraschend für viele – auch reines Schwarz. Schwarz ist eigentlich eine „neutrale" Farbe, aber für den Sommertyp oft zu hart. Es lässt die Gesichtszüge streng wirken und betont Augenringe.
Auch Braun gehört zu den problematischen Farben – allerdings nicht alle Brauntöne. Ein warmes Schokoladenbraun ist tabu, aber ein kühles, gräuliches Braun (Taupe) ist ausdrücklich erlaubt. Das verstehen viele nicht auf Anhieb, aber sobald man die beiden Stoffe nebeneinander ans Gesicht hält, ist der Unterschied sofort sichtbar.
Und die vielleicht überraschendste No-Go-Farbe: Olivgrün. Das klingt harmlos, aber dieser Grünton enthält viel Gelb und wirkt auf Sommertypen erfrischend? Nein – ganz im Gegenteil. Er lässt den Teint sofort kränklich erscheinen.
Kann der Sommertyp Braun tragen? Ja, aber richtig
Die Frage „Sommertyp Farben Braun" bekomme ich sehr oft gestellt – und die Antwort ist ein klares „Ja, in Maßen". Entscheidend ist der Unterton: Warme Brauntöne mit Rot- oder Goldanteil sind tabu. Kühle Brauntöne wie Taupe, Steingrau-Braun oder ein leichtes Mokka, das ins Graue spielt, funktionieren dagegen sehr gut. Ein Tipp aus meiner Praxis: Halten Sie das Braun zu Ihrer Handfläche. Wenn die Hand im Vergleich zum Stoff frischer und ruhiger wirkt, ist es das richtige Braun.
Welche Wirkung haben Sommerfarben? Mehr als nur Ästhetik
Es geht nicht um Eitelkeit, sondern um Wirkung. Farben verändern, wie andere Sie wahrnehmen. Ein Sommertyp in seiner Palette wirkt automatisch freundlicher, offener und ausgeglichener. Das liegt daran, dass die Farben die natürlichen Pigmente der Haut unterstützen, statt sie zu bekämpfen. Ich habe in mehr als zehn Jahren Beratung unzählige Vorher-Nachher-Momente erlebt – und es ist immer wieder erstaunlich, wie sehr ein einfacher Farbwechsel das Gesicht verändern kann.
Ein Beispiel aus meiner eigenen Praxis: Eine Kundin, nennen wir sie Frau S., trug fast ausschließlich Schwarz und Braun. Sie wirkte müde, obwohl sie ausgeschlafen war. Nach einer Farbberatung stellte sie ihre Garderobe auf Hellblau, Rosenholz und Taupe um – und ihr Umfeld fragte sofort, ob sie Urlaub gemacht hätte. Sie hatte nicht einmal einen neuen Haarschnitt.
Warum heißen die Farbtypen nach den Jahreszeiten?
Der Name ist nicht willkürlich. Die Jahreszeiten-Farbtypen wurden vor Jahrzehnten von der Amerikanerin Carole Jackson populär gemacht. Die Idee dahinter: Jeder Mensch hat einen natürlichen Farbauftrag, der einer Jahreszeit ähnelt. Der Sommer steht für weiches, gedämpftes Licht, für Nebel und Pastelltöne – genau das entspricht dem Sommertyp. Er ist das Gegenstück zum Wintertyp, der klare, harte Kontraste verträgt.
Interessant ist, dass sich die Zuordnung nicht nach dem Geburtsmonat richtet, sondern ausschließlich nach den körperlichen Merkmalen. Ein Sommertyp, der im November geboren wurde, bleibt natürlich ein Sommertyp – der Name ist nur eine Metapher.
Sommertyp Vorher Nachher: Was die richtigen Farben bewirken
Ich kann Ihnen ein ehrliches Beispiel aus meinem Bekanntenkreis geben. Meine Schwägerin war sich jahrelang unsicher, ob sie „warm" oder „kalt" sei. Sie trug gerne Goldschmuck und warme Töne, hatte aber einen sehr kühlen Teint. Der Umschwung kam, als sie sich einen Silberschmuck schenkte und ein hellblaues T-Shirt anzog. Der Unterschied war frappierend: Die Augen wirkten strahlender, das Gesicht frischer.
Solche Momente gibt es in vielen Farbberatungen. Sie zeigen: Es geht nicht um strikte Regeln, sondern um Selbstwahrnehmung. Wenn Sie sich in Ihrer Haut zum ersten Mal wirklich wohlfühlen, haben Sie die richtige Palette gefunden.
Selbsttest: So prüfen Sie, ob Sie wirklich ein Sommertyp sind
Man kann vieles über Farbtypen lesen – aber am Ende zählt der praktische Test. Machen Sie Folgendes: Ziehen Sie ein hellblaues und ein gelbes T-Shirt an (oder halten Sie Stoffproben vor das Gesicht). Stellen Sie sich bei Tageslicht vor einen Spiegel – am besten mit neutralem, schmucklosem Oberkörper. Wenn die hellblaue Seite Sie frischer wirken lässt und die gelbe Seite Sie blass macht, sind Sie höchstwahrscheinlich ein Sommertyp.
Ein weiterer Test: Silber- und Goldschmuck anlegen. Silber stärkt den kühlen Typ, Gold lässt ihn müde wirken. Und noch ein Trick aus meiner Erfahrung: Tragen Sie Ihr Haar aus dem Gesicht und schauen Sie auf Ihre Lippen. Die natürliche Lippenfarbe ist beim Sommertyp eher rosa mit kühlem Unterton, nie aprikosenfarben.
Kalte und warme Farben unterscheiden: Die 3-Minuten-Regel
Für viele ist die Unterscheidung zwischen kalt und warm anfangs schwierig. Eine einfache Methode: Schauen Sie sich Ihre Handgelenksvenen an. Sind sie blau-lila, sind kühle Farben Ihre Wahl. Sind sie grünlich, sind warme Farben besser. Ein zweiter, schneller Test: Halten Sie ein Stück reinweißes Papier an Ihr Gesicht. Wenn Sie im Vergleich dazu rosig und gesund wirken, haben Sie einen warmen Unterton. Wirken Sie gelblich oder sogar kränklich? Dann sind Sie kühl. So einfach kann die Entscheidung sein.
Basisgarderobe für den Sommertyp: So bauen Sie sie auf
Eine Basisgarderobe muss nicht aus grauen Langweiler-Teilen bestehen – im Gegenteil. Für den Sommertyp sind folgende Teile ein sinnvoller Grundstock:
- Ein Blazer in Graublau oder Jeansblau
- Eine weiße Bluse in Wollweiß (statt Reinweiß)
- Eine Hose in Taupe oder Hellgrau
- Ein Strickpullover in Zartrosa oder Rosenholz
- Ein dunkler Mantel in Bordeaux oder Tiefblau
Was Sie damit kombinieren können, ist erstaunlich viel. Diese Grundfarben harmonieren untereinander fast immer, weil sie alle den gleichen kühlen, gedämpften Grundton haben. Und falls Sie mal unsicher sind: Das T-Shirt in Hellblau funktioniert immer, zu fast allem.
Sommertyp Outfits: Drei Kombinationen für den Alltag
Aus meinen Beratungen kann ich drei Outfits weitergeben, die immer wieder gut funktionieren:
Outfit 1 (Büro): Graublauer Blazer, Wollweißes Top, Taupe-Hose, silberne Ohrringe. Das wirkt professionell, aber nicht steif. Outfit 2 (Freizeit): Jeansblau (nicht zu dunkel), dazu ein zartrosa Pullover und helle Sneaker. Frisch und freundlich – perfekt für den Alltag. Outfit 3 (Abend): Bordeaux-Kleid oder Weinroter Rock mit hellblauer Bluse. Kräftig, aber nicht aufdringlich – und ideal für Sommertypen, die nicht in Pastell ertrinken wollen.Das Schöne an diesen Kombinationen: Sie funktionieren bei jedem Sommertyp, egal ob hell, kühl oder weich.
Bringt die Farbtyp-Bestimmung wirklich etwas?
Ja. Und zwar nicht nur für die Kleidung, sondern für das gesamte Auftreten. Wenn die Farben stimmen, sparen Sie Zeit beim Einkaufen, Geld für Fehlkäufe und Nerven bei der Frage „Was ziehe ich an?". Wer einmal erlebt hat, wie ein Kompliment auf das „strahlende Gesicht" kommt, obwohl nur die Farbe gewechselt wurde, versteht den Wert der Farbanalyse.
Allerdings möchte ich eines klarstellen: Die Farbtypen-Bestimmung ist kein Dogma. Sie ist eine Orientierungshilfe. Manche Sommertypen tragen bewusst eine warme Farbe als Statement – und das ist absolut in Ordnung, solange es eine bewusste Entscheidung ist und kein Zufall.
Häufige Fragen zum Sommertyp
Welche Farben tragen als Sommertyp?
Die klassischen Sommertyp-Farben sind Wollweiß, kühles Beige, Taupe, Hellgrau, Hellblau, Graublau, Jeansblau, Weinrot, Himbeerrot und gedeckte Pastelltöne wie Zartrosa. Alle diese Farben haben einen kühlen, leicht gedämpften Unterton. Warme Farben wie Orange, Gelb oder Olivgrün sollten Sie meiden.
Welcher Schmuck passt zum Sommertyp?
Silber, Platin und Weißgold sind die erste Wahl. Diese Metalle haben einen kühlen Schimmer und harmonieren mit dem bläulichen Unterton der Haut. Auch Roségold kann funktionieren – allerdings nur in einer sehr blassen, fast silbernen Nuance. Warmes Gelbgold lässt den Teint dagegen schnell fahl wirken.
Und noch ein persönlicher Tipp: Wenn Sie sich unsicher sind, gehen Sie in ein gut sortiertes Geschäft und halten Sie verschiedene Stofffarben an Ihr Gesicht – bei Tageslicht, nicht unter der künstlichen Deckenbeleuchtung. Der Unterschied ist sofort sichtbar. In meiner Beratungspraxis war das der Moment, in dem die meisten Kunden endgültig verstanden haben, warum sich manche Kleidungsstücke „einfach gut" anfühlen – und andere nicht.Die Farbenlehre ist kein strenges Korsett, sondern ein Werkzeug. Nutzen Sie es, um sich selbst besser kennenzulernen – und nicht, um sich in Regeln zu verlieren. Am Ende gilt: Sie tragen die Kleidung, nicht umgekehrt. Aber mit den richtigen Farben wird eben auch das Tragen schöner.